Chuck Ragan & Joe Ginsberg: Altbewährte Heidenangst

Er klingt nach verrauchten und whiskydurchtränkten Nächten. Wenn er singt, macht sich wohlige Gänsehaut im Publikum breit. Seit 2005 ist der Frontmann von Hot Water Music auch als Solo-Künstler unterwegs. Als Initiator der Revival-Tour, begeistert Chuck Ragan Punkrocker für Folkmusik und bringt namhafte Musiker dazu, ihr Ego zu Hause zu lassen und das Musikmachen zu zelebrieren. Als er und sein langjähriger Bassist Joe Ginsberg an diesem Sommertag zum Interview erscheinen, ist es als würde ich zwei alte Freunde begrüßen, obwohl wir uns noch nie zuvor begegnet sind. Dann plaudern wir eine Stunde über altes Lampenfieber und neue Songs, die verbrannt werden müssen, damit niemand sie hört.

Gestern noch in den Staaten, heute im hessischen Eschwege. Herzlich Willkommen in Deutschland erst einmal! Wie geht es euch?
Chuck: Vielen Dank. Uns geht es großartig. Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint und wie du schon sagst, wir sind gerade erst angekommen und freuen uns, hier zu sein.
Joe: Es ist immer aufregend, wenn es endlich los geht und vor uns liegen eine ganze Reihe Shows, auf die wir uns schon sehr lange freuen. Es könnte also gerade nicht besser sein.

Das Festival heute ist der Auftakt zu einer ausgedehnten Europa-Tour. Auf dieser Tour wird etwas Besonderes passieren, was ist für die kommenden Wochen geplant?
Chuck: Für mich wird die anstehende Zeit eine ganz neue Erfahrung, da es eine entscheidende Änderung geben wird. Normalerweise stehe ich, wenn ich, wenn ich ohne Hot Water Music unterwegs bin, alleine auf der Bühne. Diesmal werden wir jedoch als vierköpfige Band auftreten. Das gab es schon lange nicht mehr. Ich glaube, zuletzt 2009. Ist also schon eine ganze Weile her.
Joe: Die kommenden Shows werden etwas ganz Neues und komplett anders als das, was wir die letzten Jahre gemacht haben. Zum ersten Mal, seit wir zusammen Musik machen, werde ich E-Bass spielen statt Kontrabass und ich bin sehr gespannt darauf, wie es ankommen wird. Am liebsten würde ich jetzt gleich auf die Bühne stürmen, weil ich es nicht mehr abwarten kann.

Du hast in der Vergangenheit schon mit vielen großartigen Musikern wie Tom Gabel und Dave Hause zusammen gearbeitet. Wen hast du außer Joe noch mitgebracht, um dich auf dieser Tour zu begleiten?
Chuck: Es ist eine tolle Truppe. Da wäre Dave Hidalgo, der Drummer von Social Distortion, der natürlich Schlagzeug spielen wird. Todd Beene, der sonst mit den Bands Glossary und Lucero unterwegs ist, wird an der Pedal-Steel-Gitarre stehen. Und nicht zu vergessen, Mister Jon Gaunt an der Fidel und eben Joe Ginsberg am Bass – the one and only.
Joe: Danke, Kumpel! Ich glaube, wir sind alle sehr gespannt, da wir in dieser Zusammensetzung noch nie zuvor zusammen gespielt haben. Da kann alles Mögliche passieren, wie das bei Live-Auftritten eben so ist. Wir lassen uns überraschen.

Punkrock Fanzine Chuck Ragan

Große Egos nicht erwünscht

Chuck, 2005 hast du zusammen mit deiner Frau Jill das Konzept der Revival-Tour entwickelt. Nach acht Jahren, können wir heute definitiv sagen, mit großem Erfolg. Was war die Idee, die damals alles ins Rollen brachte?
Chuck: Eigentlich war es eine einfache Rechnung, nämlich die traditionelle Musik der alten Schule zurück in die Kreise zu bringen, in denen wir alle uns bewegen. Natürlich gab es noch einen Haufen anderer Gründe, die Revival-Tour zu gründen, doch unterm Strich ging es darum, das gemeinsame Musikmachen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Keine Ego-Nummern, kein „Wer ist berühmter als der andere?“, keine Headliner.

Wie funktioniert das?
Chuck: Indem wir alle gemeinsam auf der Bühne stehen und zusammen musizieren, wie man es früher getan hat. Es ist ein Miteinander ohne Rangordnung, die man einem Running Order ablesen kann.

Joe, du bist Musikdirektor der Revival-Tour, das klingt nach einer großen Verantwortung. Was sind deine Aufgaben?
Joe: Es ist nicht so wild, wie es sich anhört. In erster Linie koordiniere ich die Songauswahl. Das heißt, vor der Tour trage ich eine Liste von Songs zusammen, die die teilnehmenden Musiker spielen möchten. Dann sorge ich dafür, dass jeder die der anderen bekommt, um sie üben zu können, denn oft haben die Musiker vor einer Tour noch nie zusammen gespielt. Schließlich organisiere ich noch einige gemeinsame Proben und wenn es dann losgeht, gehört es zu meinen Aufgaben, darauf zu achten, dass alle Musiker gleich viel Zeit auf der Bühne bekommen und dass es für die Zuschauer den ganzen Abend über abwechslungsreich und unterhaltsam bleibt. Ich passe auf, dass alles rund läuft.

Neben Tom Gabel und Dave Hause, waren auch schon Spitzenmusiker wie Frank Turner, Brian Fallon (The Gaslight Anthem) und Dan Andriano (Alkaline Trio) mit an Bord. Wie kommen solche Top-Kollaborationen in der Regel zustande?
Chuck: An Orten wie diesen. Im Grunde habe ich fast alle Leute, die ich kenne, durch die Kunst und die Musik kennen gelernt. Das bringt das Leben, das wir führen mit sich. Wir treffen ständig auf andere Kreative, Musiker und Gleichgesinnte. Man unterhält sich und weiß am Ende nie, ob man nicht in fünf oder zehn Jahren mal zusammen auf der Bühne stehen wird. Manche Wege kreuzen sich immer wieder.

Was ist der größte Unterschied zwischen einer Tour mit der Akustik-Crew und einer Tour mit deiner Band Hot Water Music?
Chuck: Da gibt es in der Tat einige. Hot Water Music ist eine etablierte Band, eine Maschine, auf die ich mich verlassen kann. Wir sind seit so vielen Jahren befreundet, wenn eine Tour ansteht, kommen wir einfach zusammen und machen uns auf den Weg. Die Lieder sind uns vertraut und es gibt auch eine Reihe von Songs, von denen erwartet wird, dass wir sie spielen. Dem müssen wir uns gewissermaßen fügen. So funktioniert das und es funktioniert gut. Auf der Revival-Tour ist es ganz anders, da weiß man vorher nie, was passieren wird. Manchmal entscheiden wir uns erst zwei Minuten, bevor wir auf die Bühne gehen, für einen Song und spielen ihn dann. Es ist sehr selbstbestimmt und das bringt eine angenehme Frische mit sich. Es macht Spaß, die Sache am Laufen halten zu müssen, indem man interagiert, sich bewegt und voll bei der Sache ist.

Schuldgefühle

Das klingt fast, als hättest du an deinen Solo-Projekten mehr Freude als an Hot Water Music…
Chuck: Das nicht, ich trage nur eine größere Verantwortung, da ich allein mit meinem Namen dastehe. Dem habe ich mich voll und ganz verschrieben.

Gibt es Zeiten, in denen dir nach einem von beiden mehr der Sinn steht als nach dem anderen?
Chuck: Nein, ich kann mich einfach über die Position, in der ich mich befinde, unglaublich glücklich schätzen. Ich bin an der Seite von ein paar großartigen Typen erwachsen geworden, die unfassbar gute Musiker sind. Ich hatte das Glück in einer Band aufzuwachsen, die in der Punkrock-Community immer mit offenen Armen empfangen wurde und das überall auf der Welt. Dafür werde ich immer dankbar sein und in der Schuld stehen.

Inwiefern hast du das Gefühl für etwas in der Schuld zu stehen?
Chuck: Ohne Hot Water Music hätte ich wahrscheinlich auch Joe und Jon nie getroffen, genauso wenig wie Todd und Dave. Mittlerweile habe ich ein Alter erreicht, in dem ich das alles nicht mehr als selbstverständlich hinnehme. Ich habe realisiert, dass im nächsten Augenblick bereits alles vorbei sein könnte. Jeder einzelne Moment, den wir zusammen auf einer Bühne verbringen und auf unsere Art leben können, ist ein wahr gewordener Traum. Der Punkt ist, dass ich da oben glücklich bin. Egal, mit wem ich mir die Bühne gerade teile oder wo sie sich befindet. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendetwas anderes zu tun.

Joe, du spielst seit Jahren Bass für Chuck. Wie würdest du die Zusammenarbeit mit ihm beschreiben?
Joe: Ehrlich, er ist einer der besten Menschen, die mir je begegnet sind. Er macht sich über alles was er tut Gedanken und sorgt dafür, dass es immer allen Leuten, die ihn umgeben, gut geht. Er liebt seine Musik, sie bedeutet ihm alles. Ich habe viele Jahre in einer Band gespielt, wir sind zusammen groß geworden und irgendwann haben die anderen einfach alles hingeworfen. In diesem Moment sind mir zwei Dinge klar geworden: Erstens, dass ich nie aufhören werde, Musik zu machen und zu touren. Zweitens, dass ich das fortan mit Menschen tun möchte, denen diese Dinge genauso viel bedeuten wie mir. In Chuck habe ich einen solchen Begleiter gefunden. Wir machen zusammen Musik, reisen, gehen fischen und achten aufeinander. Er ist einer meiner besten Freunde.

Du hast außerdem gerade deine erste Solo-EP herausgebracht und auf dieser Tour wird es eine Premiere geben: Du wirst erstmalig als Joe Ginsberg auf der Bühne stehen und als Support auftreten. Wie kam es nach so vielen Jahren Banderfahrung zu diesem Schritt?
Joe: Ich habe wirklich jahrelang keinen Gedanken an ein Solo-Projekt verschwendet. Als ich jünger war, scherzte mein Vater immer, dass ich bloß nie auf die Idee kommen solle, mich als Sänger zu versuchen. Als ich später angefangen habe, Songs zu schreiben, habe ich bereits seit Ewigkeiten in Bands gespielt, mich jedoch noch nie ans Singen herangetraut. Doch das Schreiben änderte alles, denn das waren meine Songs, ich konnte sie schlecht jemand anderem geben und ihn über meine Gefühle singen lassen.

Punkrock Fanzine

Mit Mut zu neuen Ufern

Wie fühlt es sich an, plötzlich allein im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen?
Joe: Das Ganze ist sehr aufregend. Ich habe erst eine Handvoll Shows gespielt, bei denen ich alleine auf der Bühne stand. Auf dieser Tour werde ich nun eine ganz neue Stufe der Aufregung erklimmen, denn auch wenn ich seit zehn Jahren ununterbrochen Auftritte mit Bands hatte, ist das hier eine komplett neue Erfahrung für mich. Ich bin sehr stolz auf die Songs und kann es kaum erwarten, sie mit einem so großen Publikum zu teilen. Es ist verrückt, das bin nur ich – Joe Ginsberg – und ich hoffe, dass die Leute meine Songs mögen werden.

Chuck, du wirst im Anschluss an diese Tour ins Studio gehen und dein nächstes Album aufnehmen. Auch dafür wirst du dir diesmal die Unterstützung einer kompletten Band holen. Wie kamst du zu diesem Entschluss?
Chuck: Ich denke, es liegt an den Songs. Joe und ich haben lange darüber geredet, als es ans Songwriting ging und wir waren uns einig, dass man einem Song den Raum geben muss, den er braucht. Manch einer braucht nichts außer einer Gitarre und einer Stimme, ein anderer dagegen wird erst durch eine Band entfacht. Bei vielen der neuen Songs ist genau das der Fall, sie schreien förmlich nach einer Band. Für mich wird es Folkmusik bleiben, trotzdem wird es eine kraftvolle Platte mit viel Power.

Joe, stimmst du ihm soweit zu?
Joe: Ja, absolut. Chuck hatte vorab schon mit dem Gedanken gespielt, das neue Album mit einer Band aufzunehmen. Ich habe ihm damals geraten, die Songs erst einmal zu schreiben und abzuwarten, wohin sie ihn führen werden. Und letztlich habe ich ihm zugestimmt. Ich freue mich schon auf die gemeinsame Zeit im Studio mit Jon, Todd und Dave und Christopher Thorn, dem Produzenten. Die Songs sprechen für sich. Sie sind zwar anders als alles, was bisher unter Chucks Namen erschienen ist, aber genau so sind sie perfekt.

Hast du auch bereits Pläne für ein Solo-Album oder eine Tour?
Joe: Ja, unbedingt. Momentan bin ich natürlich auf Chucks Platte fokussiert, aber ich schreibe viele Songs und bin zuversichtlich, dass es nächstes Jahr oder spätestens 2015 mit einem Album klappt, mit dem ich dann auch touren möchte. Aber alles zu seiner Zeit. Es ist genauso wichtig, bis dahin weiter unterwegs zu sein und neue Leute und Orte kennenzulernen. All das, worüber wir gerade schon gesprochen haben.

Wisst ihr schon, wann es die nächste Revival-Tour geben wird?
Joe: Nein, wir planen nicht so weit voraus. Das Wichtigste ist das Hier und Jetzt und das ist gerade Chucks Tour. Danach konzentrieren wir uns auf sein neues Album.

Selbsttherapie

In den vergangenen Jahren ist ein regelrechter Singer/Songwriter-Boom ausgebrochen. Woran glaubt ihr liegt es, dass die Menschen wieder Gefallen daran gefunden haben, traditionelle und einfache Musik zu machen?
Chuck: Ich denke, dass diese Musik nie weg war, sie ist immer da gewesen. In der letzten Zeit hat sie nur etwas an Popularität gewonnen, aber das kann schon morgen wieder vorbei sein. Doch es wird immer einen Menschen geben, der Gitarre spielt und über das singt, was ihn beschäftigt. Ich liebe die Klarheit dieser Songs. Sie sind so ehrlich, dass gar kein Raum bleibt, etwas verbergen zu können. Es ist sehr viel persönlicher als Teil einer Band zu sein.

Wie fühlt sich das an?
Chuck: Joe wird das in den kommenden Wochen erfahren. Im Grunde tauschen wir gerade die Rollen. Es wird bloß seine Stimme und seine Gitarre geben. Ich finde es sehr mutig und tapfer, sich allein vor eine Menschenmenge zu stellen, die dich und deine Musik nicht kennt und dieser dann dein Herz auszuschütten. Selbst mir jagt das bis heute eine Heidenangst ein. Doch am Ende ist es ein gutes Gefühl, weil man die Angst überwindet.

Ist es das, was mir auch als Zuhörer eine Gänsehaut über den Rücken und manchmal sogar Tränen in die Augen treiben kann?
Joe: Ich denke schon, denn wenn du nichts außer einer Stimme und einer Gitarre hörst, bist du viel unmittelbarer an der Person dran und du kannst direkt nachvollziehen, wie sie sich fühlt. Die Passion, die Stimmung, das alles ist echt. Mich bewegt das am meisten.

Eure Songs sind sehr persönlich und emotional. Habt ihr nie Bedenken, zu viel von euch preiszugeben?
Chuck: Natürlich, immer. Du glaubst gar nicht, wie viele Songs ich schreibe, die niemals jemand hören wird. Ich mache immer Witze darüber, aber es ist wahr: Ich glaube an brennende Seiten. Ich schreibe viele Dinge auf, die ich anschließend verbrenne, weil sie niemand lesen soll. Diese Songs und Texte werden niemals auf einer Platte zu hören sein und trotzdem sind sie nicht weniger wert. Songwriting ist für mich in erster Linie eine wohltuende Selbstreflexion, eine Art Therapie. Ich schreibe alles auf, was mir auf der Seele liegt und dann fühle ich mich befreit. Oft schreibe ich Gedanken bloß auf, um sie anzuzünden.

Wie viele Songs verbrennst du im Laufe eines Jahres?
Chuck: Ich habe keinen blassen Schimmer. Nicht mal ansatzweise.

Euer ganzes Leben dreht sich um Musik. Machen wir einen Sprung in die Vergangenheit, könnt ihr euch erinnern, wie alles angefangen hat?
Chuck: Meine Mutter ist Entertainerin. Das heißt, ich bin in einem Haushalt groß geworden, in dem immer Musik lief und ich habe sie bereits als Kind auf Tour begleitet. Es war also schon immer irgendwie da, doch es dauerte noch bis ich zwölf war, um zu dem Entschluss zu kommen, selbst Musik zu machen.
Joe: Ich war ungefähr dreizehn Jahre alt, als ich angefangen habe, mich für Musik zu interessieren. Ich komme aus keiner musikalischen Familie, daher wurde es mir nicht gerade mit in die Wiege gelegt. Doch dann gründeten sich einige Punkrock-Bands und ich wollte dabei sein. Die meisten anderen begannen Gitarre zu spielen, deswegen habe ich den Bass übernommen und Gitarre nebenbei gelernt. Später kam ich dann zum Jazz und irgendwann war klar, dass ich nichts anderes als Musik machen will.

Akkus laden

Habt ihr zwei jemals „etwas Ernsthaftes“ gelernt?
Chuck: Was soll das denn heißen? Ist es nicht ernsthaft genug, dass ich mich als Punkrocker früher manchmal einen Monat lang von Erdnussbutter ernähren musste? Wir sind Musiker, wir haben eine Menge verschiedener Jobs durch. Ich für meinen Teil war im Handel tätig, auf dem Bau, in der Gastronomie, Schreinerei, Schlosserei und ich habe geputzt.
Joe: Ja, da ist was Wahres dran …

Chuck, du bist ständig unterwegs, sei es mit Hot Water Music, der Revival-Tour oder als Solo-Musiker. Doch du betonst immer wieder die Liebe zu deinem Zuhause, deiner Frau Jill und euren zwei Hunden. Wie kann das alles funktionieren, wenn über Jahre eine Tour die andere ablöst?
Chuck: Egal, wie lang man das schon macht, einfach wird es nie. Aber natürlich habe auch ich immer wieder Phasen, in denen ich längere Zeit am Stück zu Hause sein kann. Das ist der Vorteil, wenn man unabhängig ist. Ich bin in der Lage, meinen eigenen Zeitplan zu basteln. Aber auch das ist schwierig unter dem Aspekt von eben, da morgen schon alles vorbei sein könnte. Jetzt gerade hatte ich zum Beispiel Glück und ich konnte drei Monate am Stück zu Hause verbringen.

Wie verbringt ihr eure Zeit zu Hause?
Chuck: Natürlich bin ich dort auch nicht rumgesessen, sondern habe Songs geschrieben und so weiter, aber ich war zu Hause, konnte Zeit mit meinen Hunden verbringen und die Batterien aufladen. Nur war meine Frau diesmal leider die meiste Zeit beruflich unterwegs. Als tourender Musiker lernt man, die wenige Zeit, die man hat, schneller für sich zu nutzen als andere es tun. Ich kenne viele Leute, die das Auspacken ihres Koffers nach einer Reise möglichst lange hinauszögern, um nicht sofort im Alltag anzukommen. Wenn ich dagegen nach Hause komme, ist es das erste was ich tue. Ich packe aus, wasche meine Klamotten und bin noch am selben Tag zurück. Man muss die richtige Balance finden, denn wenn es wieder los geht und der Koffer noch von der letzten Tour gepackt ist, war man nie richtig zu Hause.
Joe: Ich habe eine Handvoll Projekte, an denen ich zu Hause arbeite. Hauptsächlich schreibe ich Songs und organisiere Gigs. Im vergangenen Jahr habe ich mich aber auch verlobt. Ich habe viel Zeit mit meiner Verlobten und meinen zwei Hunden verbracht, Filme geguckt, bin in die Berge von Colorado gefahren, wo ich eine Hütte habe, war angeln und habe in den Tag hinein gelebt. Diese Zeit habe ich sehr genossen. Es kommt ja nicht so häufig vor, dass ich so lange am Stück dort sein kann.

Chuck, gibt es etwas, was du jungen Musikern mit auf den Weg geben möchtest, die diese Balance noch nicht gefunden haben?
Chuck: Mach was du willst, folge deiner Passion und genieße jeden Tag, aber übernehme auch Verantwortung deinem Partner, deiner Familie und dir selbst gegenüber. Es ist ein harter Weg.

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 Offizelle Websites:
chuckraganmusic.com
therevivaltour.com
hotwatermusic.com

Diana Ringelsiep / VÖ: Punkrock!, 2014

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