Scheunenfund: Vintage Nachtschränkchen

Auf so manchem Dachboden lassen sich wahre Schätze finden, die bloß zum Leben erweckt werden wollen. Doch Viele trauen sich an eine Restaurierung nicht heran, aus Angst was falsch zu machen. Ging mir jahrelang genauso, doch dann habe ich mich irgendwann aus Langeweile überwunden und etwas Abgefahrenes herausgefunden: Ich verfüge über handwerkliches Geschick. Hier eine Anleitung in fünf Schritten. 

image9Zu meinem Elternhaus im nordhessischen Nirgendwo gehört neben einer Scheune, die uns als Garage dient, noch ein weiteres Gebäude, das wir liebevoll Schuppen nennen. Als Kinder haben wir ihn geliebt. Der Dachboden, den man nur über eine Leiter erreichen konnte, war ein wunderbares Geheimversteck und der Keller mit den kaputten Fensterscheiben so gruselig, dass wir uns nie hineingetraut haben. Je älter wir wurden, desto klarer wurde uns jedoch, dass dieser geheimnisvolle Ort in Wahrheit bloß eine Rumpelkammer war, in der Gartengerätschaften und Werkzeuge image10gelagert wurden. Somit verloren mein Bruder und ich irgendwann das Interesse an dem ollen Gebäude. Erst Jahre später, wahrscheinlich nach dem Bezug meiner ersten eigenen Wohnung, erregten in dem besagten Schuppen dann einige verstaubte „Ablageflächen“ meine Aufmerksamkeit. Denn tatsächlich waren es zum Teil echte Schmuckstücke von Kommoden, die dort unter Spinnenweben und Werkzeugen begraben lagen. Doch noch fehlte mir die Motivation, sie aus ihrem Schneewittchenschlaf zu erwecken. Denn dass es nicht mit Abstauben getan wäre, sah man auf den ersten Blick. Weitere Jahre vergingen, die Schränkchen jedoch immer im Hinterkopf. Am Ende war es die Langeweile, die mich eines verregneten Heimatbesuchs zurück in den Schuppen trieb. In der Schublade des alten Nachschränkchens fand ich eine Schraubensammlung, die mittlerweile komplett verrostet war. Hinter der kleinen Tür befand sich ein kleiner Haufen alter Hammer und Schraubenzieher, die ebenfalls die besten Zeiten hinter sich hatten. Ich räumte alles aus und zog das Fundstück aus seiner Ecke heraus. Das sah nach Arbeit aus – also los!

Schritt 1: Der alte Lack muss ab

image11Zu allererst müssen die verrosteten Knäufe dran glauben, direkt gefolgt vom alten Lack. Denn um am Ende ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen, muss man erst einmal das Holz wieder zu Tage bringen. Bei größeren Flächen lohnt es sich, einen Schwingschleifer zu besorgen. Die gibt es ab 30 Euro aufwärts, ich habe zum Glück noch einen im Schuppen gefunden. Wo sonst? Schleifen sollte man auf jeden Fall draußen, da sich die feinen Lack- und Holzpartikel binnen kürzester Zeit wie ein Film auf die gesamte Umgebung legen – inklusive Kleidung, Haare und Gesicht. Also unbedingt Arbeitsklamotten anziehen. Die Schleiferei ist ein langer, dreckiger und lauter Prozess, der nach einer Weile auch ganz schön in die Arme geht, da man permanent Druck auf das Gerät ausüben muss. Spaß macht es trotzdem, vor allem, da man schnell Fortschritte sieht. Geschliffen werden muss immer in Richtung der Holzfaser, da sonst unschöne Kerben und Macken entstehen können, die man später nur noch schwer herausbekommt. Achtet außerdem darauf, einen ausreichenden Vorrat an Sandpapierblättern zum Wechseln parat liegen zu haben, bevor ihr beginnt. Denn die Auflagen der Maschine nutzen sich durch die Reibung schnell ab und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.

Schritt 2: Die Feinarbeit per Hand

image12Je verwinkelter und detaillierter ein Möbelstück gebaut ist, desto schwieriger ist es, mit dem Schwingschleifer in die Ecken zu kommen. Sind die großen Flächen also vom alten Lack befreit, hat das Gerät seine Dienste getan. Jetzt ist Handarbeit gefragt. Sandpapier gibt es in verschiedenen Körnungen, von grob bis fein. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, dass es sich auch zum Schleifen von Holz eignet. Um mehr Druck ausüben zu können, empfiehlt es sich, das Schleifpapier um einen Holzklotz zu wickeln. Wie auch bereits mit der Maschine, immer nur mit der Holzmaserung schleifen, niemals dagegen. Die wirkliche Feinarbeit geht dann aber doch nur per Hand. Da man sich in diesem Schritt leicht Splitter einfängt, empfiehlt es sich, dabei Arbeitshandschuhe zu tragen.

Schritt 3: Tschüssikowski, Herr Holzwurm!

image13Fertig abgeschliffen, erstrahlt das alte Schränkchen bereits in neuem Glanz. Und das Beste: Auch der Muff ist Geschichte, endlich riecht es wieder nach frischem Holz. Doch bei genauerem Hinsehen, hat man oft nicht bloß die schöne Maserung, sondern auch unzählige winzige Löcher freigelegt. Da ist der Wurm drin. Genauer gesagt, der Gemeine Nagekäfer, dessen Larven sich über Jahre durch verbautes Holz fressen. Bei einer alten Kommode wie meiner kann es gut sein, dass es sich bei den Löchern bloß noch um Relikte aus der Vergangenheit handelt. Doch da ich sicher gehen will, mir den Störenfried nicht ins Schlafzimmer zu holen, behandle ich die komplette Nachtskonsole von innen und außen mit Holzwurm-Ex. Tag 1 der Restaurierung ist somit geschafft, denn das Holzschutzmittel muss nun einziehen und das Holz komplett trocknen, bevor es ans Lackieren geht.

Schritt 4: Lackieren geht über Studieren

image16Am nächsten Tag ist es an der Zeit für einen neuen Anstrich. Bevor es los geht, sollte man das Schränkchen noch einmal nach Kerben und Rissen absuchen. Während kleinere Unebenheiten den Shabbylook unterstreichen, können größere und störende Kerben mit Holzkit verspachtelt werden. Sobald auch diese Masse getrocknet ist, wird es bunt. In Baumärkten kann man sich auch kleine Mengen der Wunschfarbe mischen lassen und bei der Gelegenheit auch direkt die richtige Lackrolle mit Wanne besorgen. Zum Lackieren unbedingt eine alte Tischdecke oder Zeitung unterlegen, was die Kleidung betrifft, gilt dasselbe wie gestern: Arbeitskluft! Als erstes lackiere ich mit der Schaumstoffrolle die großen Flächen in einem dunklen Türkis. Die schwerer erreichbaren Ecken und Kanten werden mit einem Pinsel nachgearbeitet. Am Ende sollten alle Seiten noch ein letztes Mal nach herunterlaufenden Farbtropfen abgesucht werden, um diese ggf. noch vor dem Antrocknen mit der Rolle zu beseitigen. Dann geht es mit der Tischplatte weiter. Da ich diese Cremeweiß streichen möchte, verwende ich hierfür eine neue Rolle. Im Anschluss arbeite ich einige Kanten noch mit ein bisschen Acrylfarbe nach, um ein bisschen Kontrast hereinzubringen. Ordentlich muss dabei nicht gearbeitet werden, die Pinselstriche dürfen hierbei ruhig zu sehen sein. Wenn auch das geschafft ist, muss die Farbe über Nacht gut durchtrocknen.

Schritt 5: DerFeinschliff

image14Am dritten Tag sollte alles gut getrocknet sein. Um den Shabbylook des restaurierten Schränkchens hervorzuheben, greife ich nun noch ein letztes Mal zum Schleifpapier und lege an einigen ausgewählten Stellen die Maserung des Holzes frei. Ist das geschafft, fehlt bloß noch das i-Tüpfelchen: Neue Knäufe. Online gibt es eine Riesenauswahl, doch auch in gewöhnlichen Baumärkten kann man fündig werden. Hat man sich für ein Schmuckstück entschieden, muss man bloß noch ein passendes Loch vorbohren, die „Knaufschraube“ hindurchstecken und von hinten mit einer Mutter fixieren. Fertig ist das Prachtstück!

 

7 Kommentare zu Scheunenfund: Vintage Nachtschränkchen

  1. The genius store caelld, they’re running out of you.

  2. New to the discussion, but yeah. I just jumped in to ask C.S. a couple questions. Why do you believe what the Bible says? Why is it the ultimate authority? How is it better or more true than the Qur’an, the Mahabharat, or Pali Canon? If a translator in the Medieval Period had inadvertently mistranslated a Hebrew passage and fundamentally changed the entire meaning of a Bible verse, does it make the English version the absolute truth?

  3. Hannah,It doesn’t matter. I didn’t read the e-mail, but Harley and Freelee are evidently feeling that people are indebted to them for all their free “help” and God forbid anyone change their mind. “After all we’ve done for you” is their same old tired refrain.  I believe you that it’s not you, though. Just like I believe Heather doesn’t smoke and I don’t eat meat.  Harley has a very active imagination. Evidently fruit does that for you> You know, you get a little, well, Fruity. 🙂

  4. Hmm it seems like your site ate my first comment (it was super long) so I guess I’ll just sum it up what I submitted and say, I’m thoroughly enjoying your blog. I too am an aspiring blog blogger but I’m still new to everything. Do you have any suggestions for novice blog writers? I’d definitely appreciate it.

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  6. spune:Suflet de tarfa, de ce nu lasi comentarii cu nick-ul tau real? Ti-e rusine de ceva? Ahh, sau sa-ti spun B… mai bine lasa. Ia ghiceste matale ceva. Blogul asta are o chestie tare misto. Imi arata ip-urile celor care lasa comentarii. Si ia ghici tu cu ce ip ai comentat? Hai… te rog. Si nu ma refer numai la suflet de tarfulita.

  7. the name “Guy” … every time he says the name, it’s different. It comes out as a croon, a whisper – sort of a caressing of the name … and yet somehow it always sounds like a threat. Brilliant!!!

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