Twopointeight: „Red Eye“

Twopointeight / Muse Entity Records

Im Dezember 2010 habe ich den Song „Red Eye“ zum ersten Mal gehört. Ich war gerade mit der Band Al & The Black Cats in einem Wohnmobil auf dem Weg nach Prag. Es schneite und unsere Heizung war kaputt, weshalb wir den ganzen Tag in unseren dicken Jacken bibberten und uns in Schlafsäcke wickelten. Als einer der Jungs „Red Eye“ anmachte, war ich wie vom Donner gerührt. Alles an dem Song war perfekt. Die kratzige Stimme, die Art, wie der Sänger die Strophen betonte, die Melodie. Ich war von den ersten Zeilen an hin und weg. Von diesem Moment an war es mir ein Rätsel, weshalb die schwedische Band bei uns niemand kannte.

He says he’ll tell me about walking the line

Ein paar Monate später ging ich vorübergehend in eine andere Stadt, um ein Praktikum bei einem Plattenlabel zu machen. Einer meiner neuen Kollegen bot an, mich mitzunehmen und so stieg ich eines Tages in sein Auto und traute meinen Augen nicht. Es lag im Handschuhfach: Das Twopointeight-Album, von dem ich glaubte, dass es hierzulande niemand außer mir kannte. Wir legten es auf und hörten es von da an jeden Tag, wenn wir über die Autobahn in den Feierabend fuhren. Den ganzen Frühling lang, bis ich zurück nach Berlin musste, weil mein Praktikum zu Ende war.

And I’ve been having such a wonderful time

Fünf Jahre später auf einer Party in meiner hessischen Heimatstadt: „Dressed up to tumble down!“ Unzählige Hände schnellen in die Höhe und alle singen mit: „Red eeeye! Red eye!“ Wir stürmen die Tanzfläche und singen, laut und wild gestikulierend. Sie alle haben mir vor Jahren Recht gegeben – der Song ist perfekt. Auch live war er das, als wir Twopointeight irgendwann in einem kleinen Club gesehen haben. Diese Platte erzählt schon jetzt so unglaublich viele Geschichten. Ich bin gespannt, welche noch dazukommen werden.

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