Busta Rhymes: „This Means War!“

Busta Rhymes - "Extinction Level Event" / Warner

Es muss im März 1999 gewesen sein, einer dieser Tage, an denen man schon ohne Jacke rumläuft, obwohl es noch viel zu kalt dafür ist. Damals habe ich Schlaghosen getragen, meistens mit Fruit Of The Loom-Pullovern. Dazu Skater-Schuhe, die ich mit Socken ausgestopft habe. Je klobiger desto besser. Sah lässig aus. Dachte ich. Jedenfalls war ich 14 und hatte gerade vor einem halben Jahr angefangen zu rauchen. So erwachsen wie damals habe ich mich nie wieder gefühlt.

„Take a look inside“

Da saß ich also mit meinen Freundinnen in einer kleinen Gasse auf einer Treppenstufe und rauchte, als drei Jungs aus der Fußgängerzone zu uns einbogen. Breitbeinig, weil die weiten Hosen, die sie unter ihren Beckenknochen festgeschnallt hatten, ihnen sonst auf die Füße heruntergerutscht wären. Ich war hin und weg. Der Kleinste von ihnen hielt eine Plastiktüte aus der CD-Abteilung des Kaufhauses in der Hand, hinter dem wir saßen. „Hey, was geht?“ Offenbar kannte eine meiner Freundinnen ihn aus der Schule. Sie begannen zu smalltalken. Ich zündete mir noch eine Kippe an und beobachtete das Ganze. Die drei waren extrem cool. Kein Vergleich zu den Typen aus meiner Klasse. „Wir gehen zu mir, die neue Busta Rhymes hören“, er schwenkte die Plastiktüte, „wenn ihr Bock habt, kommt doch auch gleich vorbei.“

„You can run and you can hide“

Eine Stunde später saß ich unter einem „Beavis & Butthead“-Poster auf einer durchgesessenen Couch und hielt mich an meinem Eastpack-Rucksack fest. Räucherstäbchen kämpften gegen sechs kettenrauchende Teenager an und aus den ein Meter hohen Standboxen an der Wand dröhnte das „Iron Man“-Cover von Busta Rhymes. Der Bass vibrierte hinter meinem Schlüsselbein und in meinem Bauch begann es zu kitzeln. Ob der Grund dafür die Überdosis Nikotin, der Song oder die Jungs waren – ich weiß es nicht. Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Wahrscheinlich spürte ich, dass dieser Nachmittag alles verändern würde. Rückblickend war es der Beginn unserer Jugend. Und einige von uns wurden Freunde fürs Leben.

4 Kommentare zu Busta Rhymes: „This Means War!“

  1. Holy shinizt, this is so cool thank you.

  2. Eduardo Baruque РJoel Miranda, seu trabalho a cada dia supera o excelente. Quando penso que esgotou as novidades voc̻ inova e nos surpreende. DEus te aben̤oe e que seu talento multiplique.

  3. Warum habe ich das Gefühl, dass ich die beteiligten Personen kenne und eventuell einer davon mein Bruder war? Hört sich auf jeden Fall stark nach ihm an… 😀

    • An dem besagten Tag war dein Bruder nicht dabei, aber er kam nur wenige Wochen später ins Spiel – der Soundtrack dazu war dann „Esperanto“ 😉

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