Restaurierung: Landhaus Kommode

In unzähligen Scheunen, auf Dachböden und in den hintersten Kellerecken sind Kommoden wie diese zu finden. Verstaubt und vergessen. Dabei schlummern wahre Schmuckstücke in ihnen. Nachdem meine Restaurierungspremiere mit dem Nachtschränkchen geglückt war, habe ich mich schließlich auch an dieses Schätzchen herangetraut. Verblüffend, was sich aus dem Schuppen-Fundstück herausholen ließ.

image7Als meine Eltern das Fachwerkhaus, in dem ich aufgewachsen bin, Anfang der 80er kauften, war es in einem heruntergekommenen Zustand. Die Kernsanierung dauerte acht Jahre, erst dann war das neue Domizil bezugsfertig. Und während ein Großteil der Einrichtung des alten Vorbesitzers, der nebenbei bemerkt in dem Haus gestorben war, auf der Müllkippe landete, rettete meine Mutter einige seiner Möbelstücke in den Schuppen, wo sie Teil unserer heimischen Werkstatt wurden. Wie zuvor das Nachtschränkchen, weckte bald auch diese Kommode mein Interesse. Also befreite ich sie von zahlreichen Gartengeräten und verfrachtete das Fundstück ans Tageslicht.

Challenge accepted!

image6Bei genauerer Betrachtung stellte sich die massive Kommode als ein echtes Meisterstück heraus. Auf der Rückseite sowie an den Außenwänden der Schubladen waren sogar noch die Bleistiftvermerke des Tischlers zu sehen, der sie gebaut hatte. Wenn der wüsste, dass sein Schränkchen im 21. Jahrhundert restauriert und den Weg in eine Großstadt finden würde… Die folgenden Arbeitsschritte waren dieselben, die ich bereits am Beispiel des Nachtschränkchens ausführlich beschrieben habe: Zuerst mussten mit einem Schraubenzieher die rostigen Schlösser von den Türen sowie die Griffe von den Schubladen entfernt werden, um mit dem Schwingschleifer überall hinzukommen. Dann ging es dem alten Lack an den Kragen. Dieser wurde in Richtung der Holzfaser abgeschliffen und an schwerer erreichbaren Stellen per Hand mit einem Bogen Sandpapier entfernt.

Vintage-Flair durch Pastellfarben

image8Als der Originalzustand der Kommode wiederhergestellt war, untersuchte ich das Holz auf Wurmlöcher. Tatsächlich waren auch diesmal wieder einige vorhanden, weshalb ich beschloss, das Möbelstück von innen und außen mit Holzwurm-Ex zu behandeln, um mir die Nagekäfer nicht ins Haus zu holen. Nachdem das Holzschutzmittel vollständig eingezogen war, ging es bereits an die Farbgestaltung. Der Shabbylook zeichnet sich besonders durch warme Creme- und Pastelltöne aus. Als Grundton habe ich mich daher für Elfenbeinweiß entschieden, wovon ich vorab einen Teil in einen Extrabehälter abgefüllt habe, um diesen mit Acrylfarbe aus dem Künstlerbedarf einzufärben. So habe ich einen haselnussgroßen Klecks „Smaragdgrün“ unter das zuvor abgeschüttete Elfenbeinweiß gemischt, um ein helles Mintgrün zu erhalten. Nachdem die Kommode fertig lackiert und getrocknet war, mussten bloß noch die neuen bronzefarbenen Knöpfe und Griffe sowie ein kleiner Magnetverschluss an den Türen angebracht werden. Fertig.

1 Kommentar zu Restaurierung: Landhaus Kommode

  1. Wir wollten mit der Entsorgung der Altmöbel auch noch warten. Jetzt haben wir die alte Kommode mit Stickern beklebt. Allerdings suchen wir noch Ideen dazu, was mit den anderen Stühlen geschehen soll. Pastelltöne sind zwar nicht so unsere Farben, aber das Bemalen ist eine gute Idee.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*