Die traurigste Liste des Jahres

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Es war das Jahr der Toten. Mit Lemmy fing es kurz nach Weihnachten an, danach wollten die schlechten Nachrichten nicht mehr abreißen. „Lemmy stellt sich da oben eine verdammt geile Band zusammen“, hieß es auf Twitter, als ihm erst Bowie und später auch Prince folgten. Als ich neulich darüber nachdachte, welche Prominenten 2016 gestorben sind, stellte ich fest, dass ich längst den Überblick verloren hatte. Zeit für die traurigste Liste des Jahres.

Lemmy Kilmister (24.12.1945 – 28.12.2016)

Ich war gerade in Österreich und genoss das wohlige Völlegefühl, das einen zwischen den Jahren überkommt, als ich vom Tod des Motörhead-Sängers erfuhr. Zuvor hatte er bereits einige Konzerte aufgrund von Herzproblemen abbrechen müssen. Verloren hat er am Ende gegen den Krebs. R.I.P., Lemmy!

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David Bowie (08.01.1947 – 10.01.2016)

Anlässlich seines neuen Albums „Blackstar“, das an seinem 69. Geburtstag erscheinen sollte, hatten wir in der Redaktion eine große Story über seine Zeit in Berlin geplant. An dem Morgen, an dem sie erscheinen sollte, wurde ich von einer Spiegel-Online-Nachricht geweckt – Bowie war an Leberkrebs gestorben. Und ich musste in die Redaktion rasen und unsere plötzlich etwas unpassend wirkende Überschrift ändern.

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Alan Rickman (21.02.1946 – 14.01.2016)

Bis vor einem Jahr war ich eine hartgesottene „Harry Potter“-Verweigerin. Doch dann ließ ich mich überreden und wir zogen uns in der Weihnachtszeit alle Filme hintereinander rein. Mein Lieblingscharakter stand von der ersten Minute an fest: Snapie <3 Schauspieler Alan Rickman starb noch in derselben Woche wie David Bowie. Bauchspeicheldrüsenkrebs.

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Peter Lustig (27.10.1937 – 24.02.2016)

Der Latzhosen-Hippie mit der Nickelbrille hat mich viele Jahre meiner Kindheit begleitet. Nach einer unglücklichen Verkettung von missverstandener Ironie und darauf folgenden Zeitungsschlagzeilen haftete ihm das Image an, keine Kinder zu mögen. Ausgerechnet er, der Kindern in seiner Sendung „Löwenzahn“ 25 Jahre lang die Welt erklärt hatte. Im Februar starb er im Kreis seiner Familie.

Prince (07.06.1958 – 21.04.2016)

Prince war Multitalent und Multiinstrumentalist. Ich selbst habe seine Musik nie gehört, doch der „sexy Motherfucker“ hat in den Achtzigern die komplette Popkultur auf den Kopf gestellt, indem er verschiedene Musikgenres miteinander kombinierte und sich nicht in Schubladen stecken ließ. Damit hat er unzähligen Musikern den Weg geebnet. Im April starb er an einer versehentlichen Überdosis Schmerztabletten im Alter von 57 Jahren.

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Wolfgang „Wölli“ Rohde (09.01.1950 – 25.04.2016)

Als ich Die Toten Hosen 1995 für mich entdeckte, saß Wölli noch am Schlagzeug. Ohne diese Band wäre ich damals nicht zum Punk gekommen – jedenfalls nicht so früh. Aufgrund mehrerer Bandscheibenvorfälle räumte Wölli den Hocker 1999 für Vom Ritchie. Im Frühling hat er den Kampf gegen sein Nierenkrebsleiden verloren und wurde in der Familiengruft der Toten Hosen beigesetzt.

John Berry (31.05.1963 – 19.05.2016)

1981 gründete John Berry zusammen mit Mike Diamond und Adam Yauch eine Band und nannte sie Beastie Boys – es wurde eine der ersten und erfolgreichsten Hip Hop-Kombos aller Zeiten. Ein Jahr später verließ er die Band noch bevor sie ihre größten Hits feierte. Im Mai ist er im Alter von 52 Jahren gestorben, er litt unter Demenz.

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Mohamed Ali (12.01.1942 – 03.06.2016)

Ich war noch ganz klein, als mein Vater – selbst Boxer- mir Videos von Mohamed Ali zeigte und mir von dem Tag erzählte, als er ihn in die Wade gekniffen hat. Als der bedeutendste Boxer des 20. Jahrhunderts in diesem Sommer starb, musste ich sofort an diese Geschichte denken. Vielleicht treffen sie sich ja nun wieder.

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Michu Meszaros a.k.a. ALF (01.10.1939 – 13.06.2016)

Was habe ich Alf geliebt! Der flauschige Typ vom Planeten Melmac zählt definitiv zu den Helden meiner Kindheit. Umso trauriger, dass ich erst durch den Tod des Schauspielers erfuhr, dass tatsächlich ein Mensch in ihm steckte! Der 84 Zentimeter große Schauspieler galt lange als der kleinste Mann der Welt und dürfte dem einen oder anderen auch noch von anderer Stelle bekannt vorkommen – nämlich vom Cover des Doors-Albums „Strange Days“.

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Bud Spencer (31.10.1929 – 27.06.2016)

Weiter gehen die Kindheitserinnerungen mit Kult-Prügelknabe Bud Spencer. „Düsch-düsch!! Bäm! Pamm!“ Damals wurde eben noch mit Leidenschaft synchronisiert. Der italienische Olympia-Schwimmer, Western-Held und Drehbuchautor, der im wahren Leben Carlo Pedersoli hieß, starb im Alter von 86 Jahren.

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Kenny Baker a.k.a. R2D2 (24.08.1934 – 13.08.2016)

Zu seiner Rolle als R2D2 musste Kenny Baker regelrecht überredet werden, weil er keine Lust hatte, den ganzen Tag in einem „Staubsauger“ zu verbringen. Doch am Ende gehörte er zu den wenigen Schauspielern, die an allen sieben Teilen mitgewirkt haben. Baker wurde 81.

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Hagen Liebing (18.02.1961 – 25.09.2016)

Von 1986 bis 1988 war „The Incredible Hagen“ Bassist bei Die Ärzte und begleitete sie auf dem Weg in die Charts. Als sich die Band schließlich auflöste, widmete Hagen sich dem Journalismus und schrieb u.a. für den Tagesspiegel. Bei der Reunion 1993 war er nicht mehr dabei. Als Hagen in diesem Herbst an einem Hirntumor starb, färbten Die Ärzte ihre Website schwarz. Hagen wurde 55 Jahre alt.

Dylan Rieder (26.05.1988 – 12.10.2016)

Profi-Skater Dylan Rieder ist im Oktober mit nur 28 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung gestorben. Da fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden. FUCK CANCER!

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Leonard Cohen (21.09.1934 – 10.11.2016)

Der kanadische Singer-Songwriter und Schriftsteller hat mit Songs wie „Hallelujah“ Musik für die Ewigkeit geschaffen. Als er mit 82 Jahren an den Folgen eines Sturzes starb, wurde die Staatsflagge in Montreal auf Halbmast gesetzt.

Fidel Castro (13.08.1926 – 25.11.2016)

Er lebte für die Revolution und war schon zu Lebzeiten eine Legende. Nachdem er 1959 den Kampf gegen Diktator Batista gewonnen hatte, war Castro rund 50 Jahre an der Macht und trotzte zehn US-Präsidenten. Die Meinungen zu Castros Regime sind gespalten, doch eins ist klar: Kuba wird nicht mehr dasselbe sein.

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Zsa Zsa Gabor (06.02.1917 – 18.12.2016)

Die Liste sollte eigentlich mit Fidel Castro enden, doch während ich an diesem Beitrag schrieb, hat 2016 noch einen rausgehauen. Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor war es nicht vergönnt, ihren 100. Geburtstag im kommenden Februar zu erleben. Sie starb zuhause in Anwesenheit ihres achten Ehemanns Prinz Frédéric von Anhalt. Ihre letzte Ruhe findet die Schauspielerin in Los Angeles – ganz in der Nähe ihrer Kollegin Marilyn Monroe.

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1 Kommentar zu Die traurigste Liste des Jahres

  1. Let's remember your Dad too. What a war they had to fight and I often think of the outcome had we lost ? We arrived late last night in Jakarta and Ablai and I are both up early as we can't sleep. Sorry I didn't contact you Robb. we were there 11 days and little time outside of fahiey.CmlersBob

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  1. Jahresrückblick: Holy Shit! – Urban Lifestyle Trash

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