Angelika Express: Alko-Popmusik!

„Geh doch nach Berlin“ haben sie 2003 etwas trotzig in jeder zweiten Party-Playlist verkündet. Und ich habe sie beim Wort genommen. Schon komisch, dass ich ausgerechnet im Jahr meiner Rückkehr wieder auf sie aufmerksam wurde. Im vergangenen November haben die Power-Pogo-Popper 13 Jahre nach ihrem Debüt eine Platte rausgebracht, deren Konzept mich sofort überzeugt hat: ALKOHOL. Ganze 15 Songs widmen die Kölner auf dem gleichnamigen Konzeptalbum dem Phänomen des Rausches. Zeit, Frontmann Robert Drakogiannakis ein paar Fragen zum Thema „Alkoholgenuss“ zu stellen. Ein Konzeptinterview.

Wann hast du dich zum letzten Mal so richtig besoffen?
Das „richtige Saufen“ als Kunstform habe ich aus Fitnessgründen an den Nagel gehängt. Aus meiner Sicht halte ich in alkoholischen Dingen professionelle Distanz für angebracht, die zu Vergnügungs- und Studienzwecken jederzeit gezielt aufgehoben werden kann.

Du betrittst eine Bar, wo setzt du dich hin?
An den Tresen. Da hört man die interessantesten Geschichten. Hier habe ich auch meine Technik des investigativen Songwriting entwickelt.

Wie kam es zu der Idee, dem Trinken ein ganzes Album zu widmen?
Vermutlich war es eine Schnapsidee, so genau weiß ich das auch nicht mehr. Aber insofern notwendig, da es gar nicht so viel gehaltvolles Songmaterial zu diesem essentiellen Thema gibt. Außer im Punk-Genre, dort aber eher nach dem Motto „Stumpf ist Trumpf“.
Als Songwriter bin ich immer auf der Suche nach tiefenironischen Umschreibungen und Metaphern für all die Lebensentwürfe die mir unterkommen. Beim Thema „Alkohol“ stieß ich auf eine goldene Büchse der Pandora.

Filmriss-Geschichten

Was klappt angeduselt besser?
Rauchen. Ist sonst irgendwie anstrengend.

Was sollst du angeblich einmal während eines Filmrisses getan haben?
Das werde ich dir auf keinen Fall verraten.

Erzählst du mir von deinem allerersten Rausch?
Mein erster Rausch hatte epische Ausmaße. Ich war ungefähr 14, die Bude eines Freundes war sturmfrei und meine sehr wohlmeinenden Punkerkumpels wollten mich bei der Gelegenheit endlich in die Welt des Rausches initiieren. Die Flaschenbodenreste der elterlichen Hausbar wurden wahllos zu einem extrem bunten Cocktail gemixt, mit dem dann ein schöner großer Bembel bis zum Rand gefüllt wurde. 

Wie ging der Abend aus?
Ich legte unser Lieblingslied von den UK Subs auf,  genoss den Krug in einem Zug, sprang begeistert in die Luft und fand mich am nächsten Morgen mit besudelten Klamotten, gebrochenem Bein und ohne jede Erinnerung an mein bisheriges Leben auf dem Boden der fensterlosen, stockdunklen, glücklicherweise mittlerweile erkalteten Familiensauna wieder. 

Tabula Kater

Habt ihr ein bestimmtes Band-Getränk, wenn  ja, welches?
Seit Jahren arbeiten wir an einem Cocktail mit dem Namen „Angelika Exzess“, der die Bandfarben Rot, Schwarz und Weiß zusammenbringt. Ist bisher aber noch nix Genießbares dabei herausgekommen.

Wie haben sich deine Trinkgewohnheiten im Laufe der Jahre geändert?
Früher: Viel hilft viel. Heute: Weniger ist mehr. In Zukunft: Nüchternheit als Rausch.

Was ist das beste Mittel gegen Kater?
Geschehen lassen – Kater ist ein kreativer Zustand. Tabula Rasa fürs Gehirn. 

 

Mehr Infos:

 

Angelika Express feiern heute die Premiere ihres interaktiven 360°-Videos zum Song „Phil Collins“:

Live-Termine:
10.03.2017: KREFELD | Nacht der Bibliotheken
11.03.2017: BERLIN | Badehaus Berlin
07.04.2017: HANNOVER | LUX – Concerts
08.04.2017: HAMBURG | Kleiner Donner
28.04.2017: LEIPZIG | TANZCAFÉ ILSES ERIKA

Und den Klassiker gibt’s zum Schluss:

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*