Die Ruhe vorm TamTam

Der Countdown läuft - in weniger als drei Monaten wird geheiratet.

Es ist ruhig hier geworden. Der Grund dafür ist der, dass es in meinem Alltag gerade alles andere als ruhig zugeht. Oft hetze ich nach der Arbeit nach Hause, um mich privaten To-Do-Listen zu stellen und wenn ich gegen Mitternacht ins Bett falle, bemerke ich jeden Tag aufs Neue, dass ich wieder keine Zeit zum Bloggen hatte. Daher möchte ich euch gerne erzählen, woran das liegt – denn an Inspiration mangelt es nicht, soviel kann ich euch versichern. 

Um ohne Umschweife zum Punkt zu kommen: In zweieinhalb Monaten werden wir heiraten. Keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist, aber plötzlich ging alles ganz schnell. Seit Monaten plane ich diese Feier, als würde es sich dabei um meinen 40. Geburtstag handeln – ein großes Fest in weiter Ferne. Doch als wir neulich noch mal zur Besprechung der Details an der Location waren, hat sich ein Schalter in mir umgelegt. Seitdem schwanke ich zwischen unfassbarer Vorfreude und blanker Panik, denn es gibt noch so viel zu tun. Der Rahmen für unsere Punkrock-Hochzeit im feinen Zwirn steht natürlich schon, doch wie so oft liegt der „pain in the ass“ im Detail. Wer mich kennt, weiß, dass ich schon immer eine diebische Freude an den Tag gelegt habe, wenn es darum ging, Geburtstagspartys, Urlaube oder andere Events zu planen. Daher ist es für viele wahrscheinlich nicht verwunderlich, dass ich den Anspruch habe, mit der Hochzeitsfeier mein Meisterwerk zu kreieren. Natürlich möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, schließlich lesen auch einige Gäste mit, aaaber ich verbringe seit einiger Zeit tatsächlich jede freie Minute mit der Beschaffung von passender Deko, dem Anlegen von Playlists, der Koordination diverser Dienstleister und unzähligen kleinen i-Tüpfelchen, die den Tag für alle Beteiligten unvergesslich machen sollen, bevor wir „happily ever after“ in den Sonnenuntergang reiten.

Feierabendalltag

Ich bin also sozusagen meine eigene Wedding-Plannerin, bloß dass ich nebenbei noch einem Vollzeitjob nachzugehen habe. Da bleibt das Bloggen leider etwas auf der Strecke. Doch es ist eine abgefahrene Zeit, die wir gerade erleben und ich genieße sie in vollen Zügen. Und natürlich hat selbst Brautzilla auch mal einen Abend frei. Diese seltenen Gelegenheiten nutze ich meistens, um unter Leute zu kommen und den Kopf frei zu kriegen. Ein echtes Highlight war in dieser Hinsicht das Benefizkonzert für die Marburger Kinderkrebshilfe, das ein Bekannter vor zwei Wochen in meiner hessischen Kleinstadtheimat organisiert hat. Sechs Bands haben sich an dem Abend die Ehre für den guten Zweck gegeben. Eine von ihnen war die Band meines Bruders. Upgefuckelt spielten ihr erstes Konzert nach acht Jahren Pause und der ausverkaufte Laden platzte aus allen Nähten als sie dran waren. Es herrschte eine Bullenhitze und wie ich da so zwischen meinen besten Freunden im Publikum stand und die Songs meines Bruders und seiner Kollegen mitsang, stiegen mir plötzlich die Tränen in die Augen. Denn der Moment war perfekt. Sogar meine Mama war mitgekommen. Stolz wie Bolle stand sie neben mir und traute ihren Ohren nicht, als die Band um Mitternacht für sie „Happy Birthday“ anstimmte und der ganze Laden mitgrölte. Es gibt Abende, an denen man bereits weiß, dass man sie nie vergessen wird. Dieser war einer von ihnen.

Ausnahmezustand

Zurück in Essen sorgten einige Tage später Burning Lady aus Frankreich für Gänsehaut. Es kostete mich all meine Überwindung, an dem Mittwochabend meine Hochzeitsplanung auf der Couch zurückzulassen und noch mal in die Stadt zu fahren. Doch es hätte sich nicht mehr lohnen können. Allein die ungarische Hardcore-Vorband Don Gatto war der Oberknaller. Die Franzosen setzten im Anschluss noch einen drauf und Sängerin Sophie erinnerte mich mit ihrer Superpower daran, warum ich Punkrockerin geworden bin und für immer eine bleiben werde. Ihre Energie machte mir Gänsehaut und ich tanzte, bis ich alle To-Do-Listen vergessen und den Stress der letzten Wochen ausgeschwitzt hatte. Dafür nahm ich sogar die Müdigkeit am nächsten Morgen in Kauf. Wie ihr seht, wird mein Feierabendalltag gerade von Hochzeitsplanungen und Punkrockauszeiten dominiert. Umso mehr freue ich mich daher auf das kommende Wochenende, an dem ich beides miteinander verbinden kann. Denn zwei wirklich gute Freunde werden sich am Samstag in Bremen das Jawort geben – und das wird wild gefeiert! Nun wisst ihr, worum sich meine kleine Welt gerade dreht und weshalb ich kaum zum Schreiben komme. Doch es ist bloß ein Ausnahmezustand und spätestens in drei Monaten dreht sich hier wieder alles um Pizza, Punk und Popkultur. Versprochen.

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