Hochzeit: Future Wife Life

Junggesellinnenabschied ohne Bauchladen

Unglaublich, die Wochen fliegen nur so an uns vorbei und wir rasen mit einem Affenzahn auf die Hochzeit zu. Heute in einem Monat ist es soweit – Vorfreude und Panik reichen sich die Hand und legen in meinem Kopf eine flotte Sohle aufs Parkett.

Ein unvergesslicher Junggesellinnenabschied mit Weingummi-Penissen, Gin-Tonic-Eis und einer selbstgemachten Einhorn-Piñata namens Johnny liegt hinter mir. Für ein ganzes Wochenende haben mich die besten Mädchen der Galaxis in ein gläsernes Ferienhaus entführt und mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Was soll ich sagen, am Ende hatte ich einen sitzen und tanzte mit einem Blumenkranz auf dem Kopf zu Caught in the Act durch den Garten. Es war perfekt.

Absurde Zeiten

Als ich drei Tage später die Rückfahrt antrat, hatte sich etwas verändert. Das letzte große Highlight vor der Hochzeit lag plötzlich hinter mir, das machte die Sache ganz schön ernst. Seitdem zerrinnen die Wochen wie Sand zwischen unseren Fingern. Jede freie Minute verbringen wir damit, die Sitzordnung zu planen, Absprachen mit Dienstleistern zu treffen und winzige Gastgeschenke in noch winzigere Säckchen zu stopfen. Unsere Pantoffeln haben wir längst gegen Hochzeitsschuhe getauscht, um uns am großen Tag keine Blasen zu laufen. So bewegen wir uns immerhin auf glamourösen Füßen durch das heimische Chaos. Denn die zahllosen Deko-Kisten, die sich in unserer Wohnung türmen, machen den Weg vom Wohnzimmer in die Küche seit geraumer Zeit zum Hürdenlauf. Doch glücklicherweise sind wir bestens organisiert – in 15 verschiedenen Google-Tabellen.

Der Countdown läuft

Gestern stand dann die finale Kleid-Anprobe auf dem Programm. Eilig hetzte ich in der Mittagspause zu dem Termin mit der Schneiderin, die das Kleid vor einigen Wochen abgesteckt hatte, um einen weiteren Punkt auf meiner To-Do-Liste abhaken und zu können. Mit geübten Fingern half sie mir hinein und zupfte an mir herum. „Jetzt sitzt es perfekt“, murmelte sie mit italienischem Akzent und schob mich vor den großen barocken Spiegel neben ihrer Nähmaschine. Ich schaute auf und prompt verschlug es mir die Sprache. Obwohl es bereits die dritte Anprobe war, übertraf das Kleid mal wieder alle Erwartungen. Und zum ersten Mal seit Wochen betrachtete ich die bevorstehende Hochzeit nicht aus Sicht einer durchorganisierten Event-Managerin – sondern aus der einer Braut. Ich werde heiraten! Wenn das mal nicht das Krasseste ist, was ich je gemacht habe.

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