Best-of 2017: Mein Jahr in Listen

Das Jahr neigt sich dem Ende und fleht förmlich darum, im Listenformat zusammengefasst zu werden. Nichts lieber als das, denn darin bin ich Profi – um nicht zu sagen, ein Aufzählungsfreak. Daher präsentiere ich euch hiermit die Liste der Listen: die Top 10 meiner persönlichen Top 3!

Blog-Beiträge

1. Knappe Kiste: Doch nicht unsterblich!
Im September wurde bei mir nach einer unfassbaren Ärzte-Odyssee am Wahlsonntag eine lebensgefährliche Lungenembolie diagnostiziert. Seither haben 2.030 Leser mit mir gelitten, was den Beitrag zu dem erfolgreichsten des Jahres macht. Danke für all eure lieben Nachrichten und Genesungswünsche! Mittlerweile geht es mir schon viel besser und auch die Medikamente können bald Schritt für Schritt reduziert werden.

2. Broilers: Wachstumsschmerz – Wenn Hähnchen flügge werden
Anlässlich ihres sechsten Albums „Noir“ habe ich 2014 die Geschichte der Düsseldorfer aufgeschrieben, die es damals auf den Titel des Dynamite Magazines geschafft hat. Weil mir die Band selbst sehr am Herzen liegt, habe ich das Porträt später auch auf UrbanLifestyleTrash veröffentlicht und dort wurde es auch 2017, also ganze drei Jahre später, noch täglich gelesen. Mit 1.878 Klicks der diesjährige 2. Platz unter den Beiträgen.

3. Zwei Punker wollten Hochzeit machen
Anfang August war es soweit: Ich habe meinen Komplizen geheiratet und mit ihm einen unvergesslichen Tag im Kreise unserer Lieblingsmenschen verbringen dürfen, der alle Erwartungen übertroffen hat. Am Ende waren wir ziemlich verkatert und vollkommen überwältigt. Insgesamt haben 1.053 Leute meine Zusammenfassung gelesen und uns mit Liebesgrüßen und Glückwünschen überschüttet. Danke dafür.

Serien

1. Tote Mädchen lügen nicht

Celebrity Uk GIF - Find & Share on GIPHY

Die umstrittene Verfilmung von Jay Ashers Roman „13 Reasons Why“ hat mich von der ersten Folge an gepackt und bis zu Hannahs Selbstmord nicht mehr losgelassen. An dieser Netflix-Serie stimmte von der Story über den Soundtrack bis zur Auswahl der Schauspieler wirklich alles. Wer die Kassetten, die sie vor ihrem Selbstmord aufgenommen hat, noch nicht kennt, sollte das daher dringend nachholen und im Anschluss gegebenenfalls sein eigenes Tun und Handeln überdenken. Ich für meinen Teil zähle die Tage bis zur zweiten Staffel.

2. Good Girls Revolt

Typesetting Season 1 GIF by Good Girls Revolt - Find & Share on GIPHY

Mit der Serie „Good Girls Revolt“ erzählt Amazon eine fiktionale Geschichte rund um die Sammelklage, die 1970 von einer Gruppe amerikanischer Journalistinnen gegen ihren Arbeitgeber Newsweek eingereicht wurde. Der perfekt inszenierte Zeitgeist der späten Sechzigerjahre hat mich sofort in seinen Bann gezogen: Kostüme und Make-up sind der Hammer, die Entwicklung der Hauptfiguren macht süchtig und der dargestellte Alltagsseximus bringt einen regelmäßig auf die Palme. Bleibt bloß zu hoffen, dass die neuesten Gerüchte stimmen und die eigentlich totgesagte Serie nun doch eine zweite Staffel bekommt.

3. Dark

Dark GIF by NETFLIX - Find & Share on GIPHY

Auch wenn ich mir jetzt viele Feinde mache: Für mich ist „Dark“ das bessere „Stranger Things“. Die deutsche Netflix-Serie mit dem Arthaus-Touch hat mich vollkommen umgehauen. Die atmosphärische Geschichte hat alles, was eine fesselnde Serie braucht: Die Szenenbilder sind echte Kunstwerke, der Soundtrack macht Gänsehaut, die Schauspieler sind großartig und zahlreiche Wendungen sorgen für eine nicht abreißende Spannung und das vollkommen ohne Kitsch, was ich von der Unterwelt des amerikanischen Pendants leider nicht behaupten kann.

Reisen

1. Flitterwochen in Florida
Noch immer erschöpft und überwältigt von unserer wilden 20er-Jahre-Hochzeit sind wir im August nach Miami geflogen, wo wir eine unvergessliche Zeit verbringen durften. Bis heute träumen wir von den köstlichen Burritos, die wir am Ocean Drive gefuttert, den starken Mojitos, die wir in Little Havanna geschlürft und den Streetart-Kunstwerken, die wir im Wynwood-Viertel bestaunt haben. Miami, wir lieben dich!

2. Schneegestöber in Zandvoort
Vergangenen Februar war ich vollkommen überarbeitet und fühlte mich, als würde ich in den Schlund eines furchterregenden Burnouts schauen. Ein paar Tage vor meinem Geburtstag packte Andi mich ins Auto und fuhr mit mir ans Meer. Es war das erste Mal, dass ich in einem Schneegestöber am Strand spazieren war. Die Abende verbrachten wir mit dem Hund zwischen uns im Bett und taten so, als würde es den Alltag zuhause nicht geben. Rückblickend zählen die Tage dort zu den schönsten des Jahres.

3. Hochzeitsfeier in Bremen
Im Mai sind wir nach Bremen gereist, um zwei unserer besten Freunde heiraten zu sehen. Nach dem Jawort holten wir uns einen Sektrausch im Botanischen Garten und verbrachten einen einzigartigen Tag mit unserer Crew. Wir holten uns den ersten Sonnenbrand des Jahres und überraschten das Brautpaar mit einem exklusiven Auftritt von The Dad Horse Experience. Wir lebten in der guten alten Zeit von morgen.

Konzerte

1. Egotronic im Hotel Shanghai
Es war einer der ersten Abende des Jahres, die sich wie Sommer anfühlten. Wir hatten ein Probegrillen für die Hochzeit hinter uns und mussten uns wirklich überwinden, mit unseren vollen Bäuchen noch mal in die Stadt zu fahren. Doch als Torsun und der Rest der Band gegen 1 Uhr nachts die Bühne betraten, war klar, dass wir alles richtig gemacht hatten. Denn sie rissen die Hütte ab und wir ravten gegen Deutschland.

2. Sondaschule im Don’t Panic
Im Juli feierten die Jungs von Sondaschule in Essen die Release-Party ihres neuen Albums „Schere, Stein, Papier“. Das Konzert war innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft, doch ich hatte Glück und ergatterte zwei Karten. Müde ging ich direkt von der Arbeit aus hin und trank mit meinem Bruder zur Einstimmung ein Feierabendbier. Aus einem wurden fünf und die anschließende Show löste eine Euphorie in uns aus, die auch Tage und Wochen später nicht mehr abklingen wollte. Großartig!

3. Buster Shuffle in der Freak Show
Im November hatte ich die Reha bereits hinter mich gebracht und mir fiel zunehmend die Decke auf den Kopf. Da besuchte mich meine Freundin Franzi und sie beschloss, dass ich mal rauskommen musste. Also besuchten wir das Buster Shuffle-Konzert und zum ersten Mal seit ich krank geworden war, vergaß ich die Sorgen und Medikamente, die seit über zwei Monaten meinen Alltag prägten. Ich bekam einen Platz in der ersten Reihe, der es mir ermöglichte, mich zwischendurch auch mal hinzusetzen und ich tanzte zu einem der besten Konzerte des Jahres. Danke dafür.

Erkenntnisse

1. Schon morgen kann alles vorbei sein.
Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber ich fühlte mich bis vor kurzem noch ziemlich unsterblich. Nicht auf diese Edward-Cullen-Art, viel mehr wie eine Anfang 30-jährige, frisch-verheiratete Frau, deren Leben ihr zu Füßen liegt. Doch plötzlich lag ich auf der Intensivstation und man sagte mir, dass es in der Woche drauf wahrscheinlich zu spät gewesen wäre. Ich hatte Glück und darf wieder gesund werden. Doch ich werde mein Leben neu ordnen, denn für gewisse Zeitverschwendungen ist es zu kurz.

2. Ein Leben ohne Bier ist sinnlos, aber möglich.
Knapp 100 Tage ist es her, dass ich zuletzt an einem Tresen stand und ein Bier bestellt habe. Aller Wahrscheinlichkeit nach war es ein Stauder mit perfekter Schaumkrone. Es hat einen unbeschwerten Freitagabend eingeläutet und kurz darauf habe ich zu einem Song von The Clash getanzt. Dann wurde ich krank und seither nehme ich Blutverdünner und andere Medikamente, die mich nun bereits seit einem Vierteljahr zum Nüchternsein verdammen. Überraschender Weise macht es mir gar nichts aus. Doch das hindert mich nicht daran, die Tage bis zu meinem ersten Gin-Tonic-Schwips im Frühling zu zählen.

3. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Es gibt Dinge im Leben, die man ändern muss, weil sie einem die Kräfte rauben und schlechte Laune bereiten. Doch anstatt sie in Angriff zu nehmen, verschiebt man den Neuanfang auf morgen. Immer und immer wieder. Zu bequem, der Alltagstrott. Zu kompliziert, die Umsetzung der wahren Träume. Damit ist jetzt Schluss, denn ich kann mich selber nicht mehr jammern hören. Mach’s gut Komfortzone. Hallo Herausforderung!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*