Newcomer: BLENDEN im Interview

Immer wieder schön, wenn eine neue Band das Licht der Welt erblickt und gleich für Begeisterung sorgt. BLENDEN aus Köln haben genau das geschafft. Musikalisch bewegen sich die Newcomer irgendwo zwischen Indie, Pop und Punkrock – eine Mischung, die direkt in Kopf und Beine geht. Im Interview haben sie mir von ihrer Bandgründung erzählt und berichtet, wie es ist, von einem großen Festival wie dem Ruhrpott Rodeo angefragt zu werden, obwohl man erst einen Song veröffentlicht hat.

Ihr seid BLENDEN aus Köln und gerade ist eure gleichnamige Debüt-EP erschienen. Wer seid ihr eigentlich und wie ist es zu dem Bandvorhaben gekommen?
Philipp:
Wir haben in den letzten Jahren schon alles Mögliche in den unterschiedlichsten Konstellationen gemacht. Indie, Folk, Punk, Ambient – das Genre hing immer von den Personen ab, die dabei zusammenkamen.
Thorsten: Im Grunde begann es, als ich mit Mathias ein paar Songs, die ich ursprünglich für meine andere Band „ddp“ (Der Dicke Polizist) konzipiert hatte, auf der Akustikgitarre einübte. Mathias, der schon eh und je mit Philipp und Tobi im Rahmen eines Musiker-Kollektivs namens „theOrt“ musizierte, schlug schließlich vor, den Songs eine Bandebene zu geben. Also begleitete ich ihn zu den anderen, um zu sehen, was passiert. Rückblickend ist an diesem Tag BLENDEN geboren.
Mathias: Thorsten kam in den Ort, als wir gerade das Gefühl hatten, dass die Songwriter-Folk-Sachen nicht mehr so ganz das waren, auf das Philipp und ich Bock hatten. Wir wollten mal wieder etwas Lauteres machen. Daher passte es gerade gut.

Wie ging es dann weiter?
Andi:
Thorsten hat mir irgendwann eine SMS geschrieben und gefragt, ob ich Bock auf ein neues Projekt hätte. Wir kannten uns noch von unserer ersten Band Kraut & Rüben und ich war sofort dabei. Das war Anfang 2017. Im darauffolgenden Herbst haben wir im Studio45 bei Kurt Ebelhäuser bereits ein paar Songs aufgenommen.
Thorsten: Auch das Line-up stand schnell fest: Tobi und Mathias übernahmen die Gitarren, Philipp den Gesang und ich den Bass. Das D.I.Y.-Label „Retter des Rock Records“ von Tommy Finke hat uns dann sehr engagiert ein „Coming-Out“ beschert.

Zwischen Punk und Indie

Entgegen eurer Wurzeln klingt der neue Sound recht turbostaatig. Wo ordnet ihr euch selbst ein und wer wird Freude an eurer Musik haben?
Thorsten:
Turbostaat stehen meines Erachtens für eine Genrerichtung innerhalb des Punkrocks, welche als modern und neuartig bezeichnet werden kann und die Überschneidung zum Indie anzeigt. Wir wollen Musik schaffen, die in den Ohren, aber vor allem in den Köpfen bleibt. Unser Sound spricht das Indie- und Poppergehör ebenso wie das der Punker an.
Tobias: Und das klingt dann vor allem nach BLENDEN. Vielleicht ist es diese Mischung aus Indie und Punk und der Wille zu Melodie, was an Turbostaat erinnert.
Philipp: In unserer Band gibt es sehr vielfältige musikalische Einflüsse, deren Summe uns ausmacht. Ebenso der Drang, uns mit Hilfe von Songs auszudrücken sowie der Spaß an Auftritten.

Was hat es eigentlich mit dem Bandnamen auf sich?
Thorsten:
BLENDEN war ein Vorschlag von Philipp, den er ganz zu Anfang unserer Suche spontan geäußert hat.
Philipp: Uns gefällt die Mehrdeutigkeit. Von mir aus kann sich da jede oder jeder den Sinn rauspicken, der ihr oder ihm am besten gefällt.

Im Juli werdet ihr euren bisher größten Auftritt auf dem Ruhrpott Rodeo spielen. Wie habt ihr auf die Bestätigung reagiert?
Mathias:
Das haben wir unserem Song „Für immer“ zu verdanken.
Thorsten: Alex hat sich aufgrund des Videos zu dem Song bei mir gemeldet. Er war begeistert und hat uns deshalb diesen Slot ermöglicht.
Philipp: Als die Sache mit dem Auftritt feststand, hatten wir erst diesen einen Song veröffentlicht. Dementsprechend war die Aufregung schon groß!

Nicht ohne meine…

Was ist das Besondere an einem solchen Festival-Auftritt und worauf freut ihr euch am meisten?
Tobias:
Wir haben schon immer davon geträumt, mal auf einem größeren Festival zu spielen. Dass es dann direkt das Ruhrpott Rodeo geworden ist, ist schon Wahnsinn. Das wird definitiv eines der Highlights unseres Jahres. Sick Of It All waren übrigens mein erstes Konzert, daher freue ich mich auf die besonders. Das Festival ist aber insgesamt sehr gut besetzt.
Philipp: Ich freue mich vor allem auf Baboon Show, Antilopen Gang, Feine Sahne Fischfilet und Pascow.
Mathias: Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich das Ruhrpott Rodeo gar nicht auf dem Schirm hatte. Musikalisch habe ich mich seit vielen Jahren eher im Bereich Folk und Amerikana bewegt, obwohl meine musikalischen Wurzeln auch eine gute Portion Punk, Metal, Indie und Grunge beinhalten. Ich finde es unglaublich, plötzlich vor so vielen Menschen spielen zu dürfen und dann auch noch am selben Tag, wie Sick Of It All – auf die ich mich auch sehr freue.

Welche drei Dinge dürfen in keinem Festival-Rucksack fehlen?
Philipp:
Bei mir wären das glaube ich Wasser, Zahnbürste und Kopfschmerztabletten. Ich habe gehört, es soll diesen Sommer sehr heiß werden.
Tobias: Dito, daher würde ich die Zahnbürste gegebenenfalls gegen Sonnencreme eintauschen.
Thorsten: Ich mag Festivals und genieße es dort, mich einfach treiben zu lassen. Mit „ddp“ hatte ich schon einige Male das Vergnügen ein Festival aktiv zu bestreiten. Als Gast gehe ich gerne zum Groezrock, Vainstream, Back to Future und natürlich zum Ruhrpott-Rodeo. Aber auch kleinere, wie Rock am Berg oder Rock am Kuhteich sind toll.
Mathias: Mein Haus und Hof-Festival ist eigentlich das Summerjam, welches ich schon seit ewigen Zeiten besuche. Jetzt einmal ein Festival von der anderen Seite zu sehen, ist schon ganz schön geil. Ich brauche auf jeden Fall Sonnencreme, Schmerztabletten und eine Sonnenbrille!

Mehr Infos:
BLENDEN Website: theort.de/blenden
BLENDEN Facebook: facebook.com/BlendenBand

Das Interview ist im Zuge meiner Arbeit für ruhrpottrodeo.de entstanden.

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